Weniger nett, wäre genau das – weniger nett!

Da im Kommentarbereich des Profils, einem Wochenmagazin von dem ich bis dato eigentlich recht viel gehalten habe, längere Texte nicht möglich sind, werde ich meinen „Unmut“ über den Leitartikel von Rosemarie Schwaiger mit dem bezeichnenden Titel: „Weniger nett wäre besser“ einfach hier kommentieren, ich mein – wozu hab ich diese Plattform, wenn nicht für sowas?

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll um diesen grob gefährlichen und fahrlässigen (ja man könnte auch Absicht unterstellen) Schwachsinn zu kommentieren.

Eine Enteignung ist eine Enteignung

Da haben die Kollegen aus Übersee schon recht, wenn sie dies an das Dritte Reich erinnert, es mag vielleicht etwas überspitzt sein, wenn man Schutzsuchende allerdings bis auf einen Wert von 400 Euro herunter enteignet, dann fragt man sich schon, ob das Wort Menschlichkeit noch irgend eine Bedeutung hat.

Von 828 Euro wird also „das meiste“ nach Hause geschickt?

Mh… also ich bin Single und wohne in einer sehr kleinen Wohnung und ja ich war vor einigen Monaten mal für 3 Monate „stempeln“… da kamen ca. 100 Euro mehr dabei heraus – jetzt mal ne Frage Frau Journalistin: Was glauben´s, ist mir da am Monatsende was übrig geblieben, oder musste ich eher bei der Bank um einen Überbrückungskredit anfragen?
Kommen´s da jetzt von selber drauf, oder arbeiten´s beim deutschen Verfassungsschutz?

Die bekommen bei uns viel mehr, als sie von zuhause gewohnt sind?

Wir haben in Österreich doch ETWAS andere Lebenserhaltungskosten als es die Afghanen zuhause (wo übrigens die Taliban stellenweise noch ziemlich am wüten sind – so von wegen Fluchtgründe und so) gewohnt sind, stimmt schon – mit einer österreichischen Mindestpension ist man da unten der King, hier aber nicht, da muss man schon mit ein bisschen mehr als 900 Euro jeden Cent 3mal umdrehen.

Wir können uns das bald nicht mehr leisten, wenn wir so weiter machen kracht unser Sozialsystem zusammen.

So lange es sich dieses Land leisten kann, seine Milliardäre nicht anständig zu besteuern und Steuerhinterziehung eher zu begünstigen als zu erschweren, oder sich eine Bankenaufsicht leisten kann, welche bei drohenden Bankenpleiten gerne einmal wegschaut, mache ich mir persönlich kaum Sorgen, dass wir uns läppische 4-500 Millionen für die Betreuung von Schutzssuchenden nicht leisten können, wenn wir sparen wollen, dann sollten wir dabei anfangen uns anzusehen wo wir im Land unnötig Geld verschleudern, bzw. wo es in korrupten Kanälen versickert.
Migration wird zwar dieses Problem nicht lösen, es wird es jedoch sicherlich nicht verschlimmern, da haben wir ganz andere „Baustellen“.

„Junge kräftige Männer“

Ach und die Familien schicken die „jungen Männer“ aus einem Kriegsgebiet auf die Reise, weil sie auf Unterstützung hoffen?
Meinen´s nicht, dass es eher so ist, dass die Familien nur für Einen, einen Schlepper bezahlen können und hoffen, dann irgendwann legal (mit dem Flugzeug statt mit dem Schlauchboot) nachziehen zu können um schlussendlich auch selbst aus dem Krisengebiet wegzukommen?

Fazit zu diesem Leitartikel: Hätte auch vom Herrn Kickl sein können, für dieses renommierte Blatt ist er schlichtweg eine Schande, ich werde das mit einem Kreisky Zitat würdigen, welches ich ein bisschen abwandeln werde: „Lernens recherchieren, Frau Reporter!“

Zum Thema Recherche empfehle ich Ihnen Fr. Nina Horaczek, eine Fachkollegin von Ihnen, welche folgende Daten in Ihrem Facebook-Profil, als Kommentar zu Ihrem – ich zitiere: „zynischen und falschen“ Artikel anmerkte:

„Nicht nur zynisch, auch noch falsch, der Kommentar zu Flüchtlingen und Sozialstaat im neuen Profil. 1. kriegen nicht alle ca. 90.000 Asylwerber, die 2015 nach Österreich gekommen sind, Mindestsicherung, sondern nur anerkannte Flüchtlinge. Das sind viel weniger. 2. gibt es längst eine Vermögensobergrenze für den Bezug von Mindestsicherung (derzeit ca. 4.000 Euro). 3. ist es naiv, zu glauben, man könne „nur“ Flüchtlingen die Mindestsicherung kürzen. Was mit den Flüchtlingen beginnt, wird bald dazu führen, dass Sozialleistungen für alle gestrichen werden, ganz nach dem Motto „den Armen geht’s zu gut, die kriegen so viel Geld geschellt und wollen deshalb nicht arbeiten“. Dabei sind nicht die sozialen Leistungen in Österreich zu hoch, sondern die Löhne sind zu niedrig.“

Es bleibt zu hoffen, dass diese Haltung, nicht zur Blattlinie dieses Magazins wird, das wäre nämlich wirklich sehr schade um das Profil.

10 Gedanken zu „Weniger nett, wäre genau das – weniger nett!

  1. Loewenherz

    Danke für diesen ausführlichen und ausgleichenden Kommentar zu einem wohl von rechts angehauchten Artikel einer Reporterin, die nicht würdig sein sollte, ihren Müll in einer Zeitung wie Profil zu veröffentlichen.

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  2. M. Thb.

    Ich lese Profil sei Jahren nur mehr, wenn wieder mal ein Werbeexemplar bei den Zeitungen im Büro herum liegt, und das nur, wenn Presse und Standard grad wer anderer hat. Es gab so viele Anlässe… auf die Geschwindigkeit fällt mir vorrangig ein, wie männliche Journalisten versucht haben, dem Feminismus die Basis weg zu erklären… und die Meinungsartikel… ich meine, schaun Sie sich die müden alten Gesichter von Hammerl, Hoffman-Ostenhof und Lingens an – heute kommt von denen nichts Relevantes mehr, das ist alles Wiederholung und Altersstarrsinn (Nota Bene: Ich bin selber demnächst im Pensionsalter, aber ich werde mich um eine weitaus geringere Verknöcherungsrate bemühen). Wenn eine Redaktion und ihr Chef meinen, alles richtig zu machen und ein Leitmedium zu sein, wenn doch, wie Sie und andere in Facebook gezeigt haben, nicht einmal die Faktenbasis von Argumenten stimmt und wenn Leitartikler rechts-reaktionäre Sprechblasen wiederkäuen – was soll ein gebildeter, informationshungriger Mensch da tun? Ach, ich weiß: Profil ins Eck haun.

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  3. Caroline Koczan

    Vielen Dank für diesen informativen und treffend formulierten Artikel! Ich betreue seit Oktober einen jungen Flüchtling aus Afghanistan. Obwohl wir bereits seit Anfang November alle erforderlichen Unterlagen an sämtliche Behörden abgeliefert haben, ist mein Schützling bis jetzt noch nicht in der Grundversorgung und somit noch nicht mal versichert…. das wissen die wenigsten Leute, wie die Asylwerber tatsächlich leben müssen. Und wenn er dann hofgentlich einmal in der Grundversorgung ist, bekommt mein Schützling 200.- im Monat (190.- als Minderjähriger, plus 120.- als Mietzuschuss, weil er bei mir in der Wohnung wohnt). Und ja, auch ich bin entsetzt über die neue Haltung des Profil. Von einer Liberalen zu einer neoliberalen Zeitung…

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  4. Manfred Felbinger

    Danke, die Stellungnahme gefällt mir sehr gut.
    Ich habe es aufgegeben, mich mit Frau Schwaiger inhaltlich auseinanderzusetzen, dazu reicht in der Regel der Platz zum Kommentieren im Profil nicht aus. 2015 war kein einziger ihrer Artikel von respektabler Qualität.
    Ich bin bei meinem Kommentar im Profil daher nur darauf herumgeritten, dass es grundfalsch ist, sowas als Leitartikel zu veröffentlichen. Zum Ersten weil ich nicht glaube (und hoffe), dass dieser Artikel die Blattlinie widergibt und zum zweiten, weil Frau Schwaiger sicher nicht das kompetenteste Mitglied der Redaktion ist.

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  5. Hemma Schöffmann-Engels

    Offensichtlich meint die Redaktion, sich bereits auf neue politische Verhältnisse einstellen zu müssen und lässt mal einen Artikel raus, der an Rechtspopulismus nichts mehr zu wünschen übrig laesst? Wieviel Profil hat dieses Profil? – in diesem Fall ein sehr gering zu schaetzendes!

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  6. Dagobert Kuhn

    Man sollte beide Seiten betrachten: Ich bin persönlich der Meinung der Forums hier, sehe mich aber damit als Teil einer Minderheit, da ich täglich für diesen Standpunkt verspottet und angefeindet werde. Man gehe auf die Straße, in die Lokale und Geschäfte und sauge intensiv die Meinung und Ansichten der Leute ein. Dann wird man feststellen, dass es immer schwerer wird Befürworter des ungebremsten Zuzugs zu finden. Man wird dann begreifen, dass uns gar nichts anderes übrigbleibt als die Wilkommenspolitik zurückzuschrauben, wenn wir nicht gröbere soziale Unruhen im Land riskieren wollen. Die „Leute“ stoßen sich weit weniger an den Milliarden für Banken und an einem durch ungezügelten Kapitalismus verursachten maroden Wirtschaftssystem, als an der stetig wachsenden Anzahl an fremdländischen Gesichtern im Land und werden langsam ungemütlich. Das ist nicht logisch erklärbar, aber nun einmal Tatsache und liegt leider scheinbar in der Natur des Menschen. Diese Tatsache beginnen Medien wie Profil nun schön langsam zu begreifen, und auch, dass das Schulmeistern der Bevölkerung auf lange Sicht nicht zielführend sein kann. Siehe Stagnation bei den Grünen. Dieser schleichende Meinungsumschwung ist ja bereits an vielen Medien zu beobachten. Traurig, aber wahr.

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    1. Andreas-Johannes Biberhofer Beitragsautor

      Ich sage ja nicht, dass es eine gute Idee ist, „alle einzuladen“ das hat aber auch niemand gemacht, die Angst vor dem Fremden ist leider in unseren Breiten, sehr weit verbreitet. Der Unwillen Integration zuzulassen ebenfalls, man nehme nur mal die Gastarbeiterfamilien aus den 60er Jahren aus der Türkei, man hat sie in eigene Viertel gesteckt, anstatt sie „unterzumischen“, nicht die Türken haben die Parallelgesellschaft gegründet, das waren vornehmlich wir selbst, auch sehe ich gerade im ländlichen Bereich kaum einen Österreicher (mich eingeschlossen) der türkisch beherrscht.
      Hätte man ja durchaus lernen/lehren können in 50+ Jahren.
      Grundsätzlich sehe ich durch die Einwanderung kein Problem, eher einen Vorteil.
      Klar der Anteil an Muslimen in Österreich wird steigen – so what? – wenn man eine Weltreligion nicht mit einbauen kann in das kulturelle Leben in Österreich, dann macht dieses Land echt etwas falsch, immerhin haben wir bei 8,4 Millionen Einwohnern eh schon 0,5 Millionen Muslime im Land, die augenscheinlich keine/kaum Probleme machen und wenn, dann haben wir immer noch eine Verfassung und Gesetze mit denen wir diese Probleme „lösen“ können.
      Wie hat Volker Pispers so schön gesagt: „Dass ein kleiner Teil der Migranten Probleme macht ist kein Tabu, das sagen sogar die Migranten, dass ein kleiner Teil der Migranten Probleme macht, aber ein nicht gerade kleiner Teil, der nicht Migranten macht auch Probleme.“
      Ich denke darüber sollte man durchaus auch einmal reden können.
      Fazit, ein Problem ist sicherlich da, aber es wird verschmerzbar bleiben.

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  7. Gerhard Oberhuber

    Sie haben sicherlich in vielen Dingen recht. Nur: Wie stellen Sie sich konkret die nächsten 5 Jahre vor? Wenn die Krisenherde nicht weniger werden, haben wir jedes Jahr weitere 100.000 Asylsuchende in Österreich. Wo sollen wir die unterbringen? Wie sollen wir die in einen Arbeitsmarkt mit 500.000 Arbeitslosen unterbringen? Wie kann man wirkliche Asylsuchende von Wirtschaftsflüchtlingen effektiv unterscheiden? Wie und wohin sollen wir diejenigen, die keinen Asylstatus erhalten, zurückschicken? Die Aufnahme an der Grenze wurde von vielen Freiwilligen getragen. Werden die das 5 Jahre lang durchhalten können? Wie sollen die vielen zusätzlichen Asylverfahren halbwegs schnell durchgeführt werden, wenn es jetzt schon so lange dauert?
    Natürlich sollte man die Reichen höher besteuern und an sinnvollen Stellen die Ausgaben einsparen. Das ist aber bis jetzt nicht geschehen und wird schwerlich durch die Flüchtlingskrise plötzlich möglich werden. Das heißt, die notwendigen Millionen werden vermutlich wieder dort eingespart, wo es am leichtesten ist: Bei Sozialausgaben , Bildung, Gesundheit,.etc. Diejeigen, die noch keine Mindestsicherung bekommen, müssen auch mit Unterkunft und Verpflegung versorgt werden. Das wird keine 800 Euro kosten, aber gratis ist es auch nicht.
    Natürlich sind die Muslime auf ganz Österreich gerechnet eine unbedeutende Minderheit. Da sie aber nicht flächendeckend aufgeteilt sind, ergeben sich lokal mitunter schon Probleme, wie z.B. Lehrerinnen aus ihrem Schulalltag erzählen.
    Ich habe keine Ahnung, wie wir mit diesen Problemen wirklich umgehen sollen. Deshalb würden mich Ihre Antworten auf diese Fragen sehr interessieren.

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    1. Andreas-Johannes Biberhofer Beitragsautor

      Sie haben sicherlich in vielen Dingen recht. Nur:
      • Wie stellen Sie sich konkret die nächsten 5 Jahre vor?
      • Wie sollen wir die in einen Arbeitsmarkt mit 500.000 Arbeitslosen unterbringen?

      Dies ist sicherlich keine Aufgabe, die man mit den nächsten 5 Jahren begrenzen kann, hier muss langfristig geplant werden, denn viele werden bleiben wollen und es besteht auch keine Veranlassung integrierte Zuwanderer wieder in eine ungewisse Zukunft zurückzuschicken, das Zauberwort heißt Integration, diese muss aber auch von beiden Seiten gelebt werden, d.h. wir müssen einerseits Integration einfordern, müssen diese aber auch unsererseits leben, ich sehe kein Problem darin, wenn z.B. neben einem Bosna-Standl ein Kebabstandl aufmacht, ist schließlich keine direkte Konkurrenz sondern eine Bereicherung der Kultur – dies aber nur als kleines Beispiel, wir werden bestimmt nicht alle Zuwanderer in der Gastronomie bzw. als selbstständige Gastronomen unterbringen können, es ist halt ein Beispiel, welches ich wähle, weil ich halt selbst in diesem Bereich tätig bin. Ob es hier einen Verdrängungswettbewerb gibt? Sehe ich komischerweise nicht, ganz im Gegenteil, es kommen kaum mehr Bewerbungen für Service & Küche von Österreichern und wenn, dann werden die zumeist auch eingestellt, so sieht es in vielen Branchen aus – die Qualifikationen vorausgesetzt – niemand wird einen „billigen Ausländer“ einstellen, wenn dieser den Betrieb aufhält, einen „teuren Österreicher“ genauso wenig.

      • Wenn die Krisenherde nicht weniger werden, haben wir jedes Jahr weitere 100.000 Asylsuchende in Österreich. Wo sollen wir die unterbringen?

      Ob es tatsächlich jedes Jahr weitere 100.000 Anträge sein werden, bleibt abzuwarten, die Quote der Anerkennungen scheint ja nicht allzu groß zu sein, vor allem vergessen Sie – die meisten wollten letztes Jahr eigentlich nur durch – wenige sind geblieben, klar werden nicht Deutschland, Schweden und Österreich dieses Thema alleine regeln können, dazu braucht es die Anstrengungen der gesamten Union. Gemeinschaftlich und solidarisch (auch einander gegenüber) – Jetzt können Sie sagen, Deutschland resp. Merkel habe die Flüchtlinge eingeladen und können die Position von Polen und Ungarn vertreten, die da sagen: „Das wäre ein deutsches Problem“ – Ich halte dagegen, Fr. Merkel (die ich ansonsten eher kritisiere, weil sie eben keine klare Linie erkennen lässt) hat die Situation vollkommen richtig eingeschätzt nämlich, dass die Flüchtlinge so oder so flüchten werden, dass man sich dann eine Industrienation sucht in der man nicht wie in Jordanien in einem Flüchtlingslager zu verhungern droht ist für mich durchaus Verständlich und wenn man sich ansieht, welch gute Geschäfte wir mit unseren Waffenexporten (ja auch Österreich) machen, dann tragen wir durchaus eine gewisse Verantwortung dafür.

      • Wie kann man wirkliche Asylsuchende von Wirtschaftsflüchtlingen effektiv unterscheiden?

      Der Einsatz von Dolmetschern und eine Liste von „konfliktfreien Ländern“ hat in dieser Hinsicht schon gute Dienste geleistet, diese Instrumente sollte man durchaus weiter nutzen, wenn und ich betone wenn Österreich es dann noch schafft, die Asylverfahren drastisch zu beschleunigen – die meisten leiden an der langen Wartezeit am grausamsten – sehe ich durchaus eine Chance, dass diese Aufgabe auch bei 100.000 im Jahr bewältigbar wäre – wo wir vorhin bei den Arbeitslosen waren, hier wäre sozusagen „Arbeitspotential“ für „unsere Leute“.

      • Wie und wohin sollen wir diejenigen, die keinen Asylstatus erhalten, zurückschicken?

      Eine sehr differenziert zu sehende Frage, diese muss man im Einzelfall entscheiden, wenn jemand sagen wir aus dem Kosovo zu uns kommt und um Asyl ansucht, ganz klar wieder in den Kosovo (aber nicht erst nach 5 Jahren, wenn die Kinder hier möglicherweise schon in die Schule gehen – ich erinnere an den Fall Zogaj, sowas ist grausam!) Hier sollte ein Asylverfahren wirklich binnen einiger Wochen über die Bühne gegangen sein – unsere Verwaltung arbeitet schließlich nicht mehr mit der Schreibmaschine und der Postkutsche…
      Wenn jemand jedoch aus einem Kriegsgebiet kommt, wird ohnedies subsidiärer Schutz gewährt.

      • Die Aufnahme an der Grenze wurde von vielen Freiwilligen getragen. Werden die das 5 Jahre lang durchhalten können?

      Es wird sicherlich finanzielle Anreize brauchen um dieses Engagement über längere Zeit aufrecht zu erhalten, das dürfte jedoch in den 420 Millionen für 2016 eingerechnet worden sein, unsere Politiker sind vielleicht nicht die schlausten, aber ganz bescheuert sind´s jetzt auch nicht, des Weiteren hat es die Zivilgesellschaft nur gebraucht, weil die Politik ihren Job eben nicht gemacht hat, das sollte die Zivilgesellschaft endlich mal einfordern und ich bin guten Mutes, dass sie das über kurz oder lang auch machen wird.

      • Wie sollen die vielen zusätzlichen Asylverfahren halbwegs schnell durchgeführt werden, wenn es jetzt schon so lange dauert?

      Habe ich oben schon beantwortet, mehr Personal einstellen und effizienter arbeiten, als Sachbearbeiter ist ein Großteil unserer Arbeitslosen sicherlich zu gebrauchen, eine vorherige Schulung mal vorausgesetzt, so würde man auch etwas gegen die Arbeitslosigkeit unternehmen.

      Ich hoffe ich komme Ihnen mit meinen Ansätzen nicht zu „blauäugig“ vor, ich bin nämlich tatsächlich überzeugt davon, dass Österreich (nach den Flüchtlingswellen der 50er 60er und 90er) diese Aufgabe meistern wird.

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  8. Gerhard Oberhuber

    Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ich kann Ihnen in einigen Dingen zustimmen.
    Es sind zwar hunderttausende weitergezogen, aber mind. 90.000 haben einen Asylantrag gestellt und werden zumindest auf einige Zeit bleiben. Bei 450 Millionen Euro bleiben für jeden davon weniger als 5000 Euro pro Jahr, 400 pro Monat. Dass da noch viel Geld für Hilfskräfte, zusätzliche Asylverfahrensbearbeiter, etc. übrig bleibt, kann ich mir nicht vorstellen. Es wird viel mehr Geld brauchen, das eben eher nicht von den Reichen und nicht von der Hypo kommen wird. Aber ich hoffe sehr, ich sehe das zu pessimistisch und Sie nicht zu blauäugig.
    Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, dass wir dies alles so schaffen wie die früheren Flüchtlingswellen, die in der Dimension schon nicht so groß waren (mehrere Jahr lang hunderttausende Zuströmende ohne eine Idee, wie dies verringert werden könnte) und auch nicht in der sozialen Dimension so schwierig (kein Wirtschaftswachstum, große kulturelle Differenzen).

    Diese Probleme nicht öffentlich anzusprechen scheint mir ein großer Fehler zu sein. Jeder, der dies tut, wird derzeit gerne ins rechte Eck gestellt, wie auch die Kommentare auf dieser Seite vermuten lassen. Wenn ein Peter M. Lingens den Artikel seiner Kollegin unterstützt, sollte das schon denken geben, denn rechte Tendenzen kann man ihm sicher nicht nachsagen. Neben den vielen organisatorischen und finanziellen Schwierigkeiten müssen wir auch die kulturellen offen ansprechen, denn sonst landen die besorgten Bürger wirklich bei den rechten Parteien:

    http://www.derwesten.de/staedte/essen/der-essener-norden-schafft-das-nicht-id11442282.html

    http://www.cicero.de/berliner-republik/zu-den-ereignissen-koeln-religion-ist-mitverantwortlich/60341

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